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Totes Meersalz 
Das Tote Meer bildet einen abflusslosen und rund 600 km² großen Salzsee, der als so genannter Endsee in einer Depression liegt. Diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche Fortsetzung des Great Rift Valleys, des so genannten Afrikanischen Grabens darstellt. Seine Wasseroberfläche wird häufig mit Werten um 396 m unter NN angeben; tatsächlich liegt der Wasserspiegel bei einer fortschreitenden Austrocknung bereits seit einigen Jahren unter -400 Meter. Die Küste des Sees bildet damit den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche; das Tote Meer ist der tiefstgelegene See der Erde, aber nicht der tiefste. Der Grund des Sees liegt bei 794 m unter NN; damit handelt es sich hier um die dritttiefste Kryptodepression der Erde.

Salzgehalt

Der Salzgehalt des Toten Meers beträgt bis zu 33 Prozent, im Durchschnitt rund 28 Prozent (zum Vergleich: der Salzgehalt des Mittelmeers liegt bei ca. 3 Prozent). Nur der Assalsee in Ostafrika ist mit knapp 35 Prozent noch salzhaltiger.

Das Tote Meer hat keinen Abfluss, das heißt, alles Wasser, das hineinfließt, bleibt drin. Eigentlich müsste jetzt der Wasserspiegel immer weiter steigen, bis das Wasser irgendwann in ein anderes Meer abfließen (überlaufen) würde. Das passiert aber nicht: Am Toten Meer herrscht ein trockenes Wüstenklima. Es fällt kaum Regen und es ist sehr heiß (im Sommer bis über 40 Grad). Dadurch verdampft soviel Wasser, dass sich der Wasserspiegel auf einer bestimmten Höhe einpendelt. Die Menge an Wasser, die zufließt, verdampft auch wieder. Aber nur das Wasser verdampft: Mineralien, Salze usw., die vor allem vom Jordan in das Tote Meer eingetragen werden, bleiben zurück und reichern sich im Wasser immer weiter an. So kommt es zu einem Salzgehalt von über 30%.

Entgegen seinem Namen ist das Tote Meer biologisch nicht tot, jedoch beschränkt sich das Leben weitgehend auf verschiedene Mikroorganismen, insbesondere auf anaerobe, Nitro, Schwefel und Cellulose abbauende Bakterien. Auch manche Pflanzen mit großer Salztoleranz, die sog. Halophyten, können in dieser extremen Umwelt überleben.

Durch die ständige Wasserentnahme aus dem Jordan zur Versorgung von Israel und Jordanien mit Trinkwasser ist das Tote Meer von schleichender Austrocknung bedroht. Der Wasserspiegel des Sees sinkt seit Jahren, da die Zuflussmengen bei gleich bleibender Verdunstung abnehmen. Pläne zur Rettung des Toten Meers sehen vor, einen Kanal vom Roten Meer zu graben. Die entsprechende Planung ist bereits angelaufen. Das zugeführte Wasser könnte den Wasserspiegel stabil halten, gleichzeitig könnte das Gefälle zur Energieerzeugung genutzt werden.
Interessanterweise ist die Zusammensetzung der Salze im Toten Meer hygroskopisch, d. h., dass eine der Speisungsquellen gewissermaßen die Luftfeuchtigkeit ist. Dies hat zur Folge, dass bei moderaten Temperaturen Wasser aus dem Toten Meer nie ganz verdunstet und sich auch keine Salzkrusten oder -kristalle bilden.

Tourismus

Touristisch interessante Orte am Toten Meer sind die Oase En Gedi sowie Massada, Jericho und die Höhlen von Qumran. Jericho wird von der palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet, kann aber ohne größere Probleme besucht werden. Touristisch besonders interessant ist die Ausgrabungsstätte von Qumran, die jeden Tag von Tausenden Touristen angesteuert wird. Traumhaft gelegen auch der Kibbuz Kahlia, direkt bei den Höhlen von Qumran.

Auf der jordanischen Ostseite des Toten Meeres befinden sich auf Lisan-Halbinsel die Orte Numeira und Bab Edh Dhra (bekannter als Dhra). Es gibt Annahmen, dass sie die Städte Sodom und Gomorrha waren, die nach biblischer Überlieferung zerstört wurden. Dhra ist einer der archäologisch ältesten Orte mit Belegen für den frühen Ackerbau (hier 9 500 v. Chr.) Mehr als 20 000 bronzezeitliche Schachtgräber werden hier vermutet, erst wenige sind ausgegraben.

Dieser Lexikon-Artikel basiert auf dem Artikel Totes Meer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 
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